Ratgeber

Wohin gehört die Kühlmatte in der Wohnung?

Dorthin, wo dein Tier ohnehin schon liegt, und auf einen Untergrund, der Wärme aufnimmt. Fliesen, Stein, Laminat und Parkett arbeiten mit, ein dicker Teppich und ein weiches Polster arbeiten dagegen. Der Platz entscheidet über die Wirkung mehr als jedes andere Detail, und er kostet nichts.

Die meisten Fragen zur Kühlmatte drehen sich um Größe, Farbe und Technik. Die Frage, die im Alltag den größten Unterschied macht, wird selten gestellt: wo genau liegt sie eigentlich? Zwei identische Matten in derselben Wohnung können sich völlig verschieden anfühlen, nur weil eine auf dem Flurboden liegt und die andere in einem hochwandigen Korb auf dem Teppich. Dieser Text geht die Wohnung durch, Platz für Platz.

Porträt von Lena Brandt

Lena Brandt · Redakteurin für Tierwohl und Haustierbedarf

Lena lebt mit einem Golden Retriever und zwei Katzen im Rhein-Main-Gebiet, einer der heißesten Regionen Deutschlands.

Zuerst der Platz, den dein Tier schon gewählt hat

Bevor du überlegst, wohin die Matte soll, schau ein paar Tage lang hin, wohin sich dein Tier legt, wenn ihm warm ist. Fast jeder Hund und fast jede Katze hat solche Plätze: die Fliesen im Flur, der Streifen vor der Balkontür, der Boden im Bad, der Platz unter dem Esstisch, die Stufe zur Terrasse.

Diese Plätze sind nicht zufällig. Ein Tier, das Wärme loswerden will, sucht die Fläche, die ihm am meisten davon abnimmt, und es findet sie zuverlässiger als jede Überlegung am Schreibtisch. Wenn deine Katze im Sommer im Waschbecken liegt, hat sie den kühlsten Ort der Wohnung gefunden.

Daraus folgt die einfachste Regel dieses Textes: Die Matte kommt an einen Platz, den dein Tier bereits benutzt. Nicht in eine freie Ecke, nicht dorthin, wo sie optisch am wenigsten stört. Ein Tier, das seinen Stammplatz behält und dort nur eine andere Oberfläche vorfindet, nimmt sie meist innerhalb weniger Tage an. Ein Tier, das gleichzeitig einen neuen Platz und eine neue Oberfläche annehmen soll, braucht deutlich länger.

Wenn du mehrere solcher Plätze beobachtest, ist das kein Problem, sondern eine Information: Dein Tier wechselt im Lauf des Tages, und darauf kommt der Rest dieses Textes noch zurück.

Der Untergrund arbeitet mit oder dagegen

Eine Kühlmatte ohne Gel funktioniert über Kontakt und Weiterleitung: Die Oberseite nimmt Wärme auf, das Netzgewebe auf der Unterseite gibt sie wieder ab. Damit das läuft, muss die Wärme unten irgendwohin können. Der Boden unter der Matte ist deshalb kein Detail, sondern Teil des Systems.

Was mitarbeitet: Fliesen, Naturstein, Estrich, Laminat und Parkett. Diese Böden sind selbst kühler als die Raumluft und nehmen Wärme bereitwillig auf. Auf ihnen ist der Unterschied am deutlichsten zu spüren, und zwar sofort, wenn du die Hand auflegst.

Was dagegen arbeitet: ein dicker Teppich, ein Hochflor, ein gepolstertes Hundebett, ein Sofakissen. Das sind Materialien, die gebaut wurden, um zu isolieren, und sie tun genau das auch unter einer Matte.

Das heißt nicht, dass diese Plätze falsch sind, denn dein Tier liegt trotzdem lieber auf der Matte als auf dem Polster darunter. Es heißt nur: Wenn du die Wahl zwischen zwei Plätzen hast, nimm den harten Boden. Warum das die Wirkung im Tagesverlauf verändert, steht im Artikel Wie lange kühlt eine Kühlmatte wirklich.

Golden Retriever schläft auf einer blauen Frimouf Ice Kühlmatte auf hellen Bodenfliesen
Direkt auf den Fliesen: Der Boden darunter nimmt die Wärme auf, die durch das Netzgewebe entweicht.

Wohnzimmer und Flur: die Plätze für den Tag

Im Wohnzimmer verbringt ein Hund den größten Teil des Tages, also gehört dorthin die erste Matte. Zwei Dinge machen den Platz gut oder schlecht.

Rücken frei oder Rücken geschützt. Die meisten Hunde legen sich lieber an eine Wand, neben das Sofa oder in eine Ecke als mitten in den Raum. Eine Matte, die im Laufweg liegt, wird umgangen; eine Matte an der Wand wird benutzt. Beobachte, wo dein Hund sich hinlegt, wenn Besuch da ist, das ist meistens sein sicherster Punkt.

Die Sonne wandert. Ein Platz, der morgens im Schatten liegt, kann mittags voll in der Sonne stehen. Prüfe den Platz deshalb zu zwei verschiedenen Tageszeiten, bevor du dich festlegst. Eine Fläche in der direkten Sonne nimmt Wärme auf, statt sie abzugeben, und das gilt für jeden Bodenbelag genauso wie für jede Matte.

Der Flur ist der unterschätzte Ort. Er ist meist gefliest, hat selten ein Fenster, liegt zwischen zwei Räumen und wird ständig durchlüftet. Viele Katzen liegen im Sommer aus genau diesen Gründen quer im Flur. Eine Matte dort ist selten dekorativ und fast immer richtig.

Die Küche ist der zweite Ort, an dem Tiere von selbst liegen, und zwar aus zwei Gründen gleichzeitig: Der Boden ist hart, und die Menschen sind da. Der Haken ist der Backofen. Ein Platz direkt davor kann für eine halbe Stunde der wärmste Fleck der Wohnung sein, ohne dass man es merkt. Ein Meter Abstand zur Küchenzeile löst das, und der Hund liegt trotzdem noch mitten im Geschehen.

Was nicht darüber gehört: eine Decke, ein Kissen, ein zusammengelegtes Handtuch. Alles, was auf der Matte liegt, unterbricht den Kontakt zwischen Tier und Oberfläche, und der Kontakt ist der ganze Mechanismus.

Auf dem Sofa und im Sessel

Viele Hunde und die meisten Katzen liegen nicht auf dem Boden, sondern auf Polstern. Ein Sofapolster speichert Wärme und gibt sie an das Tier zurück, das darauf liegt, weshalb der Stammplatz auf dem Sofa im Hochsommer oft der wärmste Platz im Raum ist.

Genau dafür ist eine flach aufliegende Matte gemacht. Sie deckt die Sitzfläche ab, liegt plan auf und gibt deinem Hund eine Oberfläche, die Wärme aufnimmt, statt sie zurückzugeben. Nebenbei schützt sie den Bezug vor Haaren, was in einem Haushalt mit Tier kein kleiner Punkt ist.

Hund liegt auf einer grauen Frimouf Ice Kühlmatte, die eine helle Sofasitzfläche abdeckt
Auf dem Sofa: Die Matte deckt das Polster ab, das sonst Wärme zurückgibt.

Zur Größe: Eine Sitzfläche misst man in einer Minute mit dem Maßband nach, statt sie zu schätzen. Welche unserer vier Größen auf welche Fläche und zu welchem Gewicht passt, steht im Größenratgeber. Für ein Zweiersofa fällt die Wahl meist größer aus, als man denkt, weil ein Hund sich ausstrecken können soll und nicht nur sitzen.

Ein praktischer Vorteil gegenüber gefüllten Bauarten: Es gibt nichts, was bei Druck oder an einer Naht auf den Bezug austreten könnte. Ein vernähtes Textil kann einen Sessel nicht ruinieren.

Im Körbchen, im Hundebett und in der Box

Wenn dein Tier ein festes Bett hat, muss es dieses Bett nicht aufgeben. Die Matte kommt hinein, oben auf das vorhandene Kissen. Der Platz bleibt der gewohnte, es ändert sich nur die Oberfläche, und das ist der schnellste Weg, dass sie angenommen wird.

Ein Punkt, den man kennen sollte: der Rand. Ein Korb mit hoher Wand hält warme Luft um das Tier herum, ein flaches Bett lässt sie an den Seiten entweichen. Je flacher und offener das Bett, desto besser passt es zu einer Matte. Viele Hunde lösen das selbst, indem sie halb im Korb und halb davor liegen; eine Matte, die vorne ein Stück heraussteht, gibt ihnen genau diese Wahl.

Jack Russell Terrier liegt in einem Weidenkorb auf einer braunen Frimouf Ice Kühlmatte
Im Korb: Der Platz bleibt derselbe, nur die Oberfläche wechselt.

In einer Transportbox, die zu Hause offen steht, gilt dasselbe in verschärfter Form: Der Boden ist meist harter Kunststoff, und in einer geschlossenen Box staut sich Wärme besonders schnell. Die Matte lässt sich auf Boxengröße falten und rutscht kaum. Für die Box im Auto und für die Ferienwohnung gilt eine eigene Logik, die im Artikel Kühlmatte im Auto und im Urlaub steht.

Und im Gehege: Bei Kaninchen und Meerschweinchen ist die Platzierung noch heikler, weil diese Tiere nicht ausweichen können, wenn ihnen die Fläche nicht passt. Was dort gilt, steht unter Kühlmatte für Kaninchen.

Nachts: neben dem Bett statt auf dem Bett

Viele Hunde schlafen im Schlafzimmer, und viele schlafen dort schlechter als im Rest des Hauses. Das hat einen banalen Grund: Warme Luft steigt, das Schlafzimmer liegt oft im Obergeschoss, und die Tür bleibt nachts geschlossen.

Der Boden neben dem Bett ist fast immer der kühlere Platz, und er ist auch der Platz, den die meisten Hunde von sich aus wählen. Eine Matte dorthin zu legen kostet nichts an Gewohnheit, weil der Hund ohnehin schon dort liegt.

Wer sie stattdessen jeden Abend aus dem Wohnzimmer holt und morgens zurückträgt, macht das etwa eine Woche lang. Danach bleibt sie irgendwo liegen. Deshalb ist der zweite Platz kein Luxus, sondern die Bedingung dafür, dass die Matte überhaupt dauerhaft benutzt wird: eine für den Tag, eine für die Nacht. Wer zwei bestellt, bekommt bei uns die dritte gratis dazu, in der Größe der kleineren von beiden.

Bei zwei Tieren im Haushalt kommt derselbe Punkt noch einmal dazu. Hund und Katze teilen sich selten eine Fläche, und zwei Hunde tun es auch nicht immer freiwillig.

Draußen, Katzen, und die Plätze, an denen sie wenig bringt

Terrasse, Balkon, Garten. Draußen gilt eine einzige Bedingung: Schatten, und zwar Schatten, der auch bleibt. Eine Matte auf schattigen Steinplatten oder unter dem Sonnenschirm ist ein sehr guter Platz. Dieselbe Matte zwei Meter weiter in der Sonne ist keiner, weil die Sonne jede Fläche aufheizt, auf die sie fällt.

Steinplatten und Beton im Schatten sind draußen der beste Untergrund, aus demselben Grund wie die Fliesen drinnen. Auf Rasen oder auf einem Holzdeck liegt dein Hund weicher, aber der Boden nimmt weniger ab. Wenn beides zur Verfügung steht, leg die Matte einmal auf den einen und einmal auf den anderen Untergrund und schau, welchen dein Hund von sich aus ansteuert. Er entscheidet das innerhalb von zwei Tagen.

Katzen entscheiden nach Höhe. Eine Katze sucht sich ihren Platz anders aus als ein Hund: erhöht, mit Überblick, mit Rückzugsmöglichkeit. Das schattige Fensterbrett, die Plattform des Kratzbaums, der Schrank neben dem Fenster. Eine Matte auf einer dieser Flächen wird angenommen, eine Matte mitten im Zimmerboden oft nicht. Mehr dazu unter Kühlmatte für Katzen und im Ratgeber Katze abkühlen.

Drei Plätze, an denen sie wenig bringt. In der direkten Sonne, aus dem eben genannten Grund. Direkt vor oder auf einer Wärmequelle, weil die Matte dann genau die Wärme aufnimmt, die sie eigentlich abführen soll. Und unter einer Decke, einem Kissen oder einem Handtuch, weil der Kontakt zur Haut damit unterbrochen ist.

Ein letzter Punkt, der nichts mit dem Platz zu tun hat und trotzdem oft zusammen mit ihm gefragt wird: Wie die Matte sauber bleibt, was ein feuchtes Tuch erledigt und was in die Maschine gehört, steht vollständig auf der Produktseite unter „Waschen, abwischen, trocknen“.

Häufige Fragen

Wohin lege ich die Kühlmatte am besten?

Dorthin, wo dein Tier ohnehin schon liegt, wenn ihm warm ist. Das ist fast immer der kühlste Boden der Wohnung: Fliesen im Flur, der Bereich vor der Balkontür, der Platz unter dem Esstisch. Diese Plätze sind nicht zufällig gewählt, dein Tier hat sie selbst gefunden. Die Matte gehört genau dahin und nicht an den Ort, den wir schöner fänden.

Funktioniert eine Kühlmatte auch auf einem Teppich?

Ja, sie funktioniert auch dort. Der Unterschied ist auf einem harten Boden nur deutlicher zu spüren, weil die Wärme durch das Netzgewebe nach unten abfließen kann und Fliesen oder Parkett sie aufnehmen. Ein dicker Teppich nimmt weniger auf. Wenn der Lieblingsplatz auf dem Teppich liegt, bleibt er trotzdem der richtige Ort für die Matte: Der Hund liegt dann auf einer Fläche, die Wärme aufnimmt, statt auf einer, die sie zurückgibt, und die meisten wechseln von selbst darauf, sobald sie da ist.

Kann die Matte dauerhaft auf dem Sofa liegen bleiben?

Ja. Sie liegt flach auf dem Polster, rutscht kaum und enthält keine Füllflüssigkeit, die auf den Bezug austreten könnte. Viele Haushalte lassen sie deshalb einfach auf dem Stammplatz des Hundes liegen, wo sie den Stoff zugleich vor Haaren schützt.

Wie viele Kühlmatten braucht ein Haushalt?

Das hängt daran, wie viele Plätze dein Tier hat. Ein Hund verbringt den Tag im Wohnzimmer und die Nacht neben dem Bett, eine Katze hat ohnehin drei oder vier Plätze. Eine Matte pro Stammplatz erspart das Herumtragen, und wer zwei bestellt, bekommt die dritte gratis dazu.

Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn dein Hund Anzeichen von Überhitzung zeigt, steht das Wichtigste im Artikel Hitzschlag beim Hund.

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